Homöopathie

In der Schulmedizin versucht man medikamentös mit gegensätzlichen Mitteln zu heilen, zum Beispiel Fieber mit fiebersenkenden und Entzündungen mit entzündungshemmenden Mitteln. In der Homöopathie dagegen werden Mittel eingesetzt, die nicht-verdünnt am Gesunden diese Krankheit hervorrufen würden.

Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt (Simile = Ähnlichkeitsprinzip)

Ein an Übelkeit leidender Mensch wird also mit einem Arzneimittel behandelt, das unverdünnt am Gesunden Übelkeit hervorrufen würde. HAHNEMANN führte auch die Arzneiprüfung in die Medizin ein. Um eine anfängliche Verschlechterung durch die Giftigkeit der Arznei zu verhindern, verdünnte Hahnemann die Arzneien schrittweise immer stärker, wobei er bei jedem Verdünnungsschritt lange und kräftig schüttelte. Zu seinem eigenen Erstaunen trat durch dieses Schütteln eine deutliche Wirkungssteigerung auf. Gleichzeitig wurde das Mittel ungiftig und verlor seine Nebenwirkung.

HAHNEMANN nannte den Vorgang des Verdünnens und Verschüttelns Potenzieren, denn die Heilkraft des Mittels nimmt zu, obwohl die Konzentration abnimmt und ab einer bestimmten Verdünnung kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden ist. Neben Verdünnung in Alkohol-Wasser-Gemisch verwendete er zur Potenzierung auch die Verreibung mit Milchzucker.

Der Homöopathie ist bisher die wissenschaftliche Anerkennung versagt geblieben, da ein vollständiges Erklärungsmodell zur Wirkweise fehlt und im Widerspruch zu den derzeit geltenden naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen steht.

Die Klassische Homöopathie arbeitet in bestimmten Potenzierungen. Das Mittel und die Potenz werden durch eine umfassende homöopathische Anamnese (Befunderhebung mit Krankheitsverlauf) bestimmt. Diese ist jedoch sehr zeitaufwändig und kann durchaus eine Stunde oder länger dauern. Anschließend erfolgt häufig noch eine Repertorisation (d.h. Arzneimittelfindung aufgrund von Symptomenreihen mit Hilfe von Tafeln, Büchern und Computern), um tatsächlich das korrekte Mittel zu finden. Aus diesem Grunde ist diese Art der Homöopathie manchem Therapeuten zu aufwändig, und er greift stattdessen zu homöopathischen Komplexmitteln.

Von klassischen Homöopathen wird die Anwendung von Komplexmitteln strikt abgelehnt, da sie symptomorientiert und nicht konstitutionsorientiert eingesetzt werden. Sie hat aber nach Aussage vieler Befürworter hervorragende Wirkungen.